Ephraim Moses Lilien (1874–1925) gilt als herausragender Jugendstil-Künstler und bedeutender Vertreter des kulturellen Zionismus, einer Strömung, welche die Neubelebung der jüdischen Kultur als Grundlage für ein neues jüdisches Selbstbewusstsein sah. Seine Kunst, in der er zionistische Ideale mit der Ästhetik des Jugendstils meisterhaft verband, wurde zu einer wichtigen Inspirationsquelle für die zionistische Bewegung des 20. Jahrhunderts. Anlässlich des 100. Todestages Liliens widmet das Landesmuseum Hinter Aegidien dem Künstler eine Retrospektive.
E. M. Lilien, geboren am 23. Mai 1874 in Drohobycz (damals Österreich-Ungarn, heute Ukraine), absolvierte eine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau bevor er 1899 nach München zog, um als Illustrator für verschiedene Zeitschriften zu arbeiten. Kaum ein Jahr später zog es den Künstler nach Berlin, wo er schnell Kontakt zu Theodor Herzl, dem Begründer des politischen Zionismus und Autor der Publikation „Der Judenstaat“, fand.
Erstmals in Europa: Liliens Fotografien
Zwischen 1906 und 1917/18 reiste Lilien insgesamt vier Mal in die Provinz Palästina, die damals Teil des Osmanischen Reiches war – ein Gebiet, das ihm als „Heiliges Land“ bekannt war. Auf diesen, mehrere Monate andauernden Reisen fertigte er hunderte inszenierte Fotografien von Menschen und Orten, die er in seinen Ateliers in Berlin und Braunschweig als Grundlage für Zeichnungen und Radierungen nutzte. Bei der Übertragung von einem Medium in ein anderes arbeitete er die hinter den Fotos stehenden Ideen sorgfältig in bereits erdachte Stereotype aus. Die Ausstellung „E. M. Lilien: Träumen von Israel“ verdeutlicht die zentrale Rolle der Fotografie für das Werk des Künstlers. Das Braunschweigische Landesmuseum ist das erste Museum in Europa, das Liliens Fotografien als digitale Leihgabe des Tel Aviv Museum of Art erhalten hat und Scans der Glasplattennegative ausstellen darf.
Die Westermann-Bibel
Schon zu Beginn seiner Karriere träumte Lilien davon, die biblischen Texte zu illustrieren. Für ihn war das Alte Testament die Geschichte und das kulturelle Gedächtnis des jüdischen Volkes. Der George Westermann Verlag aus Braunschweig gab dem Künstler im Jahr 1907 die Möglichkeit, seinen Traum zu verwirklichen. Es entstanden drei einzigartige Bände, die einen tiefen Einblick in E. M. Liliens Vision des kulturellen Zionismus geben, eingebettet in den Jugendstil und die Geschichte des jüdischen Volkes.
Lilien, der seit dem Jahr 1906 mit der Braunschweigerin Helene Magnus verheiratet war, lebte von 1920 bis zu seinem Tod im Jahr 1925 in der Wolfenbütteler Straße in Braunschweig. Die Ausstellung im Landesmuseum Hinter Aegidien regt zur Auseinandersetzung mit dem Werk eines faszinierenden Künstlers an, dessen Arbeiten bis heute auf unterschiedliche, manchmal kontroverse Weise nachhallen.
Themenjahr "Ein Ort für uns"
Im Jahr 2025 feiert das Braunschweigische Landesmuseum ein besonderes Jubiläum: 100 Jahre Hornburger Synagoge im Landesmuseum! Einmalig in Deutschland bildet die barocke Inneneinrichtung der Hornburger Synagoge den spektakulären Mittelpunkt der Ausstellung „Ein Teil von uns. Deutsch-jüdische Geschichten aus Niedersachsen“. Diesem Jubiläum gewidmet ist unter dem Titel „Ein Ort für uns“ ein Ausstellungsreigen, der dazu einlädt, die Perspektiven dreier Künstler*innen auf Israel zu entdecken.
Die Ausstellungen werden gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, der Stiftung Niedersachsen sowie dem Förderkreis des Braunschweigischen Landesmuseums e.V.
E. M. Lilien, geboren am 23. Mai 1874 in Drohobycz (damals Österreich-Ungarn, heute Ukraine), absolvierte eine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau bevor er 1899 nach München zog, um als Illustrator für verschiedene Zeitschriften zu arbeiten. Kaum ein Jahr später zog es den Künstler nach Berlin, wo er schnell Kontakt zu Theodor Herzl, dem Begründer des politischen Zionismus und Autor der Publikation „Der Judenstaat“, fand.
Erstmals in Europa: Liliens Fotografien
Zwischen 1906 und 1917/18 reiste Lilien insgesamt vier Mal in die Provinz Palästina, die damals Teil des Osmanischen Reiches war – ein Gebiet, das ihm als „Heiliges Land“ bekannt war. Auf diesen, mehrere Monate andauernden Reisen fertigte er hunderte inszenierte Fotografien von Menschen und Orten, die er in seinen Ateliers in Berlin und Braunschweig als Grundlage für Zeichnungen und Radierungen nutzte. Bei der Übertragung von einem Medium in ein anderes arbeitete er die hinter den Fotos stehenden Ideen sorgfältig in bereits erdachte Stereotype aus. Die Ausstellung „E. M. Lilien: Träumen von Israel“ verdeutlicht die zentrale Rolle der Fotografie für das Werk des Künstlers. Das Braunschweigische Landesmuseum ist das erste Museum in Europa, das Liliens Fotografien als digitale Leihgabe des Tel Aviv Museum of Art erhalten hat und Scans der Glasplattennegative ausstellen darf.
Die Westermann-Bibel
Schon zu Beginn seiner Karriere träumte Lilien davon, die biblischen Texte zu illustrieren. Für ihn war das Alte Testament die Geschichte und das kulturelle Gedächtnis des jüdischen Volkes. Der George Westermann Verlag aus Braunschweig gab dem Künstler im Jahr 1907 die Möglichkeit, seinen Traum zu verwirklichen. Es entstanden drei einzigartige Bände, die einen tiefen Einblick in E. M. Liliens Vision des kulturellen Zionismus geben, eingebettet in den Jugendstil und die Geschichte des jüdischen Volkes.
Lilien, der seit dem Jahr 1906 mit der Braunschweigerin Helene Magnus verheiratet war, lebte von 1920 bis zu seinem Tod im Jahr 1925 in der Wolfenbütteler Straße in Braunschweig. Die Ausstellung im Landesmuseum Hinter Aegidien regt zur Auseinandersetzung mit dem Werk eines faszinierenden Künstlers an, dessen Arbeiten bis heute auf unterschiedliche, manchmal kontroverse Weise nachhallen.
Themenjahr "Ein Ort für uns"
Im Jahr 2025 feiert das Braunschweigische Landesmuseum ein besonderes Jubiläum: 100 Jahre Hornburger Synagoge im Landesmuseum! Einmalig in Deutschland bildet die barocke Inneneinrichtung der Hornburger Synagoge den spektakulären Mittelpunkt der Ausstellung „Ein Teil von uns. Deutsch-jüdische Geschichten aus Niedersachsen“. Diesem Jubiläum gewidmet ist unter dem Titel „Ein Ort für uns“ ein Ausstellungsreigen, der dazu einlädt, die Perspektiven dreier Künstler*innen auf Israel zu entdecken.
Die Ausstellungen werden gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, der Stiftung Niedersachsen sowie dem Förderkreis des Braunschweigischen Landesmuseums e.V.
Terminübersicht
Donnerstag, den 03.04.2025
10:00 - 17:30 Uhr
Freitag, den 04.04.2025
10:00 - 17:30 Uhr
Samstag, den 05.04.2025
10:00 - 17:30 Uhr
Gut zu wissen
Preisinformationen
Erwachsene 7 € | ermäßigt 5€ | Kinder (6–17 Jahre) 4 €
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